Wahre Verbrechen und ihre Hintergründe
00:00:09: Menschen
00:00:10: und Monster.
00:00:12: Ein Podcast über wahre Verbrechen- und Ehre-Hintergründe.
00:00:18: Hallöchen!
00:00:19: Hallo, und herzlich willkommen zurück zu einer neuen Folge.
00:00:22: Ich bin Marin...
00:00:22: ...und ich bin Stefanie.
00:00:24: Hallo
00:00:24: Stefanie!
00:00:25: Hallo Marin Happy New Year!
00:00:27: Yay!
00:00:28: Frohes neues Jahr an dich und auch
00:00:31: an mich.
00:00:32: Ja auch an sich aber auch an alle lieben Monsties da draußen.
00:00:36: Es ist das neue Jahr und wir sind zurück.
00:00:40: Ja, wir sind zurück.
00:00:40: Wir hatten eine kleine Minipause, die uns auch ganz gut getan hat, würde ich sagen.
00:00:44: Wie viele Bücher hast du gelesen in der Minipose?
00:00:47: Fünf, sechs ...
00:00:48: Oha!
00:00:50: Und Stefanie hat mir ja schon Profezeit im neuen Jahr bisher auch schon zwei komplett durchgelesen aber auch zwei, die
00:00:58: quasi durchgelsen sind.
00:01:00: Mein Ziel für dieses Jahr ist ein Hundertbücher.
00:01:03: Dieses Jahr genau fünfzig gelesen, aber ich habe halt auch die erste Hälfte des Jahres recht wenig gelesen.
00:01:08: und Habt ihr Hoffnung, dass ich das verdoppeln kann?
00:01:12: Wow.
00:01:13: Man muss jetzt viele setzen!
00:01:14: Ja finde ich schön und ich finde es ist auch ein ganz cooler Vorsatz fürs neue Jahr.
00:01:18: Das ist ja kein offizieller neues Vorsatz oder ist es das?
00:01:22: Ne, ein Jahresziel...
00:01:24: Ja, also ich hab mir auch ein Jahresziel gesteckt.
00:01:26: Ich möchte jetzt quasi jeden Monat ... Ein super süßes Foto von Chonky machen und das ausdrucken.
00:01:32: Und dann habe ich am Ende quasi zwölf richtig süße Fotos.
00:01:35: Ich könnte auch so Employee of the Month irgendwie drüberschreiben.
00:01:38: Ich glaub, ich will einfach so in so jeden Monatt einmal ablichten.
00:01:43: Okay!
00:01:43: Like one-of-the-French-Girls.
00:01:45: Wie
00:01:46: kannst du dir noch zeichnen?
00:01:47: Ja, ich hab ja wie...ja.
00:01:49: Ich muss auch sagen seitdem du mir dieses T-Shirt geschickt hast
00:01:53: Ja, das hat uns jemand zugeschickt.
00:01:55: Das habe ich mir schon gedacht, was uns jemand über Instagram zugeschickte.
00:01:59: Nenne ich ihn jetzt die ganze Zeit Count Chonkyula.
00:02:02: Weiß!
00:02:02: Aber das T-Shirt ist geil ne?
00:02:04: Ja und ich finde weil Chonki ja auch einen Zahn fehlt und er dann häufig so ein bisschen aussieht wie so ein kleiner Vampir wenn ihm der Zahn so raus guckt dass sowas in die Richtung auf jeden Fall mal als Design angedacht werden sollte bei uns.
00:02:18: Ohja... Ich bin dabei
00:02:21: Ja, Stefanie.
00:02:22: Und mit dem hoffentlich neuen coolen ... ... zwei tausendfünfundzwanzig?
00:02:28: Weil ich finde, zwei Tausendvierundzwundzig war schon okay aber hatte auch so seine Höhen und Tiefen.
00:02:34: Starten wir jetzt in einen neuen Fall und du hast mir schon pro für Zeit das dieser ein wenig ja ausufernder ist als sonst...
00:02:43: Ja, wir haben recht viel gleich zu besprechen.
00:02:47: Ich will vorab auf jeden Fall einmal eine Trigger-Warnung geben und das Ganze so ein bisschen in einen aktuellen Kontext setzen.
00:02:54: Denn ihr habt den Folgentitel ja schon gesehen, wir sprechen heute über die Amokfahrt von Trier, die Jahr zwanzig passiert ist Und ich hatte diesen Fall wirklich schon seit mehreren Wochen auf meiner Liste.
00:03:06: und dann ist ja was ganz Ähnliches jetzt in Magdeburg passiert.
00:03:10: also auch dort ist jemand mit seinem Auto ja auf einem Weihnachtsmarkt gefahren hat da ganz viele Menschen verletzt es sind fünf Personen gestorben.
00:03:20: Da hab ich dann schon erst mal überlegt, ob ich den Fall jetzt gerade überhaupt machen kann.
00:03:24: Weil die beiden sich so ähnlich sind und weil das in Magdeburg gerade erst passiert ist.
00:03:29: aber... Ich glaube es ist auch nicht verkehrt jetzt darüber zu sprechen denn so ähnlich die Taten an sich natürlich sind Es ist halt trotzdem etwas in Trier was für Trier einfach sehr krasse Folgen hatte Und auch ein Fall der ja abgeschlossen ist In dem Sinne Es gibt eine Verurteilung und vielleicht auch von der Hinsicht gar nicht so schlecht darüber zu sprechen, weil es noch mal vielleicht einen kleinen Abschluss gibt.
00:03:58: Den ist natürlich jetzt in Marktburg noch nicht geben kann, weil das gerade erst passiert ist.
00:04:02: Ja aber zur Triggerwarnung ich persönlich habe in der Recherche irgendwann aufgehört zu zählen wie oft ich geheult hab.
00:04:09: Weil
00:04:10: solche Taten einfach nochmal was ganz anderes sind.
00:04:13: Wer haben ja ... wahrscheinlich drei Jahre her, auch hier schon mal über die Amokfahrt von Münster gesprochen.
00:04:19: Die hier bei uns passiert ist.
00:04:21: und auch da war es glaube ich schon sehr emotional weil es jetzt nicht der klassische in Anführungszeichen Mordfall.
00:04:28: Wir haben jetzt niemanden der sagen wir mal mit aus Habgier oder aus welchen Gründen noch immer Eifersucht hingeht und jemand anderen umbringt sondern wir haben eine Person die komplett wahrlos so viele Menschen wie möglich eigentlich verletzten und töten möchte.
00:04:46: Und diese Wahllosigkeit ist, glaube ich das was einem dann so nahe geht.
00:04:51: Mir geht dieser Fall oder solche Amok-Taten generell gehen mir andersnah als andere Mordfälle?
00:04:57: Ja, ich glaube nicht nur die Masse an Menschen, die bei so einem Anschlag getroffen wird, ist fatal weil letztlich wenn eine einzelne Person oder auch wenn es zum Beispiel irgendwie mehrere Personen aus einer Familie sind, die jetzt umgebracht werden.
00:05:11: Das ist für diese Familie, für deren kleinen Kreis grausam total schlimm.
00:05:17: und trotzdem können viele Leute nicht verstehen wie sich das anfühlt weil es so fern von ihnen ist, weil das nichts mit ihnen zu tun hat.
00:05:27: aber alles was in solchen banalen Alltagssituationen passiert du bist auf dem Weihnachtsmarkt oder in der Stadt unterwegs irgendwie alle so häufig machen, wo niemand mit etwas Bösem rechnet und dann dennoch in so ein Abgrund mit reingezogen wird.
00:05:46: Das ist dann doch nochmal anders gruselig und das betrifft halt
00:05:50: auch
00:05:51: sehr viel mehr Leute also... Letztlich ist es egal, ob das jetzt in Magdeburg passiert ist.
00:05:56: Die Leute werden garantiert in den Tagen danach in jeder Stadt in Deutschland mit einem ganz komischen Bauchgefühl vielleicht in größere Menschenmengen reingegangen sein?
00:06:04: Ja
00:06:05: auf jeden Fall.
00:06:05: also zum einen ist es eben dieses du wänsig in Sicherheit weil schlimme Dinge passieren eben nur anderen und merkst dann durch solche Taten dass kann jedem passieren.
00:06:15: Und bei so Mordfällen wo eben bestimmte Personen getötet werden klar wenn das jetzt als Motiv vielleicht mortlos ist, dann kann es auch da... Also dann ist das Opfer zufällig.
00:06:25: Dann geht's nicht um diese Person weil die hat mir das und das getan oder die möchte ich töten sondern es geht da vielleicht eher um zufählige Opfer.
00:06:34: nichtsdestotrotz lässt sich in diesen Fällen ja eher noch ein Muster erkennen.
00:06:41: also man kann und das ist glaube ich auch einer der Gründe warum wir True Crime so gerne hören eben einen Muster erkennen Motiv erkennen.
00:06:48: Man kann vielleicht verstehen, warum dieses Opfer gewählt wurde und das trägt ja dazu bei dass man sich selber sagt Das kann mir nicht passieren weil ich zum Beispiel keine blonden Haare habe oder weil ich Keine kein Partner habe der mich vielleicht töten könnte oder so.
00:07:03: also man zieht für sich vielleicht immer ein bisschen etwas raus was einem selber Sicherheit gibt Und in diesem fall oder bei solchen fällen ist es einfach nicht möglich.
00:07:13: Ja das hast du glaube ich ganz gut zusammengefasst Und ich bin gespannt auf den Fall.
00:07:19: Ich habe das natürlich damals schon auch mitbekommen, ich glaube wie bei allen solchen Taten auch dass es jetzt in New Orleans auch schon wieder passiert ist oder die Personen, die mit dem Bagger jetzt kürzlich hier durch Deutschland gefahren sind.
00:07:33: Okay, das hat ich definitiv nicht bekommen.
00:07:35: Hat jemanden Bagger geklaut und hat ja diverse Fahrzeuge und hat nochmal eben die Polizei gerammt und diese Person wurde dann erschossen, um ihn zu stoppen.
00:07:46: Weil ich denke mit so einem Bagger das dürfte jedem klar sein kannst du eine ganz andere Welle der Verwüstung irgendwie auslösen und du bist viel unberechenbar du bist nicht so leicht zu stoppend zumindest Und du kannst halt viel anrichten.
00:08:02: Okay,
00:08:03: davon habe ich wirklich gar nichts mitbekommen.
00:08:05: Also solche Sachen, die sprechen sich in der Regel rum.
00:08:08: aber ich muss auch sagen nachdem was jetzt in den letzten Tagen vor allem auch mit Silvester und den ganzen Böllereien, den abgefackelten Wohnungen, Autos und den verstorbenen Menschen da los war also ich glaube es ist wirklich nochmal Ende des Jahrzehnts und zwanzig Einiges passiert das dafür gesorgt hat dass andere Sachen vielleicht ein bisschen in den Hinterrund geraten sind.
00:08:30: Ja, wenn du so weit bist dann starten wir.
00:08:33: Manchmal kann ein Moment nur wenige Sekunden ein ganzes Leben verändern und in unserem heutigen Fall wird innerhalb von vier eineinhalb Minuten nicht nur ein Leben maßgeblich verändert sondern das von gleich mehreren hundert Menschen.
00:08:48: Wir begeben uns heute nach Trier.
00:08:50: Das ist eine Stadt in Rheinland-Pfalz mit hundert zwölf tausend Einwohnern In der Nähe zur Grenze zu Luxemburg.
00:08:56: Wenn wir kürzlich bei Kalkblütig erst über Trier gesprochen Ich will jetzt nicht quasi alles wieder ausrollen, was ich da auch schon gesagt habe.
00:09:04: Wir haben über den ungelösten Mord an Beatrix Himmerle gesprochen, falls du dich daran erinnerst.
00:09:09: Aber wir wissen ja auch, dass nicht jedes Monstier auch kaltblütig hört.
00:09:13: Deswegen gucken uns die Szenerie einmal so ein bisschen an.
00:09:17: Trier gilt als älteste Stadt Deutschlands und wurde damals von den Römern gegründet.
00:09:22: Und diese Einflüsse findet man vor allem noch in der Architektur heute noch.
00:09:28: Die haben ein Wahrzeichen, das ist die Porta Nigra oder auch das Römer Tor.
00:09:33: Und es gibt mehrere Bauten noch aus dieser Zeit in Trier, die wurden zum Teil zum UNESCO-Welterbe erklärt eben auch diese Porta Nigra aber auch der Dom und einen Amphitheater.
00:09:44: also es scheint so von den Bildern her und von Erzählungen von Menschen die eben dort schon mal waren, die ich kenne eine sehr schöne Stadt zu sein.
00:09:52: Trier ist ne Studentenstadt, aber ist ja trotzdem nicht groß, hundert zwölf tausend Einwohner.
00:09:57: Ja, es ist eine Stadt.
00:09:59: Aber das ist jetzt keine Großstadt und es hat daher schon noch so ein bisschen diesen Dorf- oder Kleinstadtcharakter.
00:10:05: in der Innenstadt gibt es den Hauptmarkt.
00:10:07: Das ist so ein großer Platz in der Fußgängerzone, der umgangssprachlich auch das Wohnzimmatris genannt wird.
00:10:13: Und genau dort haben sich am ersten Dezember zwanzig schreckliche Szenen abgespielt.
00:10:19: Der zweiundsechzigjährige Aloys S nimmt an diesem frühen Nachmittag einen Arzttermin in die Innenstadt von Trier war.
00:10:26: Er ist pensionierter Polizist, ist immer vor der Tatendrang und sehr aktiv.
00:10:31: Er unternimmt gerne Fahrradtouren und ist generell gerne draußen.
00:10:35: Zu der Zeit ist er dabei einen Wanderfahrt in der Nähe seines Hauses auszubauen und kommt häufig von oben bis unten mit Schlamm bespritzt – aber glücklich zu seiner Ehefrau nach Hause!
00:10:46: Alois will die Zeit nach dem Arzttermin nutzen — er ist ja jetzt schon mal in der Stadt und möchte Weihnachtsgeschenke für sein Enkel einkaufen.
00:10:54: Bis Weihnachten sind es noch ein paar Tage hin, aber was man hat – das hat man.
00:10:58: Der erste Dezember ist in diesem Jahr ein Dienstag.
00:11:02: Die Corona-Pandemie ist längst nicht ausgestanden.
00:11:05: die Regeln dafür wurden erst wenige Wochen zuvor wieder verschärft.
00:11:10: In der Innenstadt von Trier ist es daher ruhiger als sonst um diese Zeit.
00:11:14: an einen Weihnachtsmarkt war jetzt nicht zu denken.
00:11:17: Trotzdem sind einige Bummelnde mit Masken in der Stadt unterwegs.
00:11:21: Man hält Abstand.
00:11:23: Es ist genau dreizehn Uhr sechsundvierzig, als das Grauen seinen Lauf nimmt.
00:11:28: Entlang der Fußgängerzone werden Schreie laut – man hört einen aufholenden Motor!
00:11:32: Panik macht sich breit.
00:11:35: All das geht vermutlich so schnell dass die meisten Passanten gar nicht verstanden haben was da gerade passiert.
00:11:41: Aloys S ist da grade auf dem Hauptmarkt unterwegs und als er sich in Höhe des DM-Marktes befindet wird er plötzlich von hinten erfasst.
00:11:49: Ein Auto hat ihn mit voller Geschwindigkeit gerammt und er ist nicht der einzige.
00:11:55: Das Auto, ein grauer SUV, hat bereits eine Schneise der Verwüstung hinter sich gelassen und setzt seine Fahrt unbeirrt fort.
00:12:03: Aloys fliegt durch die Luft – als er landet, ist er bewusstlos.
00:12:07: Auf dem Hauptmarkt- und in der angrenzenden Fußgängerzone verwandelt sich die Stimmung innerhalb weniger Sekunden von besinnlich und vorweihnachtlich zu blankem Entsetzen.
00:12:17: Und da ist Leid!
00:12:19: So viel Leid.
00:12:20: Schreie werden laut, von Verletzten aber auch von Augenzeugen die gerade Bilder gesehen haben, die sie ihr Leben lang nicht mehr vergessen werden.
00:12:28: Zu diesem Zeitpunkt weiß niemand was hier eigentlich vor sich geht.
00:12:32: Viele Leute in den Geschäften haben nur das Auto vorbei rasen sehen und dann die Verwüstung auf der Straße.
00:12:38: Manche von ihnen haben auch gesehen wie Menschen angefahren oder überfahren wurden oder wie sie durch die Luft flogen – und keiner von ihnen wird diese Schreien vergessen!
00:12:49: Einige der Augenzeugen berichten, dass das Auto im Zickzack gefahren ist und gezielt auf Menschen zugehalten hat.
00:12:55: Hinterlassen hat es eine Spur der Verwüstung auf letztendlich achthundert Metern.
00:13:00: Auslagen vor Geschäften sind überall verstreut – Menschen liegen am Boden, manche von ihnen sind tot, andere schwer verletzt.
00:13:08: Diese Situation ist für das Gehirn schwer zu begreifen.
00:13:11: Doch viele Leute eilen den Verletzten sofort zur Hilfe!
00:13:14: Um dreizehn Uhr siebenvierzig geht der erste Notruf bei der Polizei ein Ab.
00:13:19: da sind alle Leitungen belegt.
00:13:21: Ein Streifenwagen in Zivil hatte den Anfang der Todesfahrt mitbekommen und sich an die Fersen des SUVs geheftet.
00:13:28: Der Wagen rast jedoch zum Teil mit Achtzig kmh durch die Fußgängerzone, und die Beamten können in diesem Tempo jetzt nicht folgen ohne weitere Menschen zu gefährden.
00:13:38: Alle verfügbaren Einsatzkräfte werden in die Trierer Innenstadt geschickt – da gerade Schichtwechsel ist halten sich besonders viele Polizisten im Dienst in Trier auf!
00:13:48: Auch die Feuerwehr wird sofort über die Lage informiert.
00:13:51: Es weiß immer noch niemand, was genau eigentlich vor sich geht.
00:13:54: Nur eins kristallisiert sich heraus – es gibt zahlreiche Verletzte!
00:13:58: Also werden umgehend so viele Rettungskräfte wie möglich losgeschickt.
00:14:02: Aus rettungsdienstlicher Sicht spricht Banda von einem Manf, einem Massenanfall an Verletzten und in einer solchen Lage ist es so dass sie zur Verfügung stehenden Rettungsmittel im Regelrettungsdiensten nicht die Anzahl an Patienten abdecken können.
00:14:16: Es gibt ein bestimmtes Vorgehen in solchen Fällen, bei dem die erst eintreffenden Fahrzeuge, die verletzen erstmal sichten und kategorisieren.
00:14:24: Also nach bestimmten Kriterien quasi Einstufen wie wahrscheinlich ist es das dieser Patient überlebt?
00:14:30: Und erst dann geht es eben weiter damit dass die einzelnen Patienten zugewiesen und behandelt werden.
00:14:37: Es gibt da auch feste Abläufe, wie das mit den Krankenhäusern funktioniert.
00:14:41: Hier in Münster haben wir zum Beispiel ein Konzept, welches Krankenhaus wie viele Patienten aus welcher Farbkategorie aufnimmt und so.
00:14:48: Und das ist natürlich gerade in diesen ersten Sekunden unfassbar stressig und überfordernd für die Einsatzkräfte weil so viel gleichzeitig beachtet und getan werden muss.
00:14:59: aber vor allem ist dieser Einsatz in der Situation alles andere als sicher Weil ja noch gar nicht klar ist, was Sache ist.
00:15:06: Also die Möglichkeit dass es sich um einen Terroranschlag handelt, die steht natürlich im Raum.
00:15:11: aber die Einsatzkräfte warten nicht die Entwarnung der Polizei ab sondern sie machen sich sofort daran den Verletzten zu helfen.
00:15:18: Aber Sie sind nicht die einzigen.
00:15:20: vor Ort sind schon zahlreiche Ersthelfer die das Geschehen beobachtet oder durch den Lärm darauf aufmerksam geworden sind.
00:15:27: Darunter sind eine Ärztin und ein Arzt, die ihre Praxen am Hauptmarkt haben und die durch das Schreien aufgeschreckt wurden.
00:15:34: Sie liefen sofort nach draußen um zu helfen – und kümmern sich jetzt um einige der
00:15:38: Patienten.".
00:15:39: Vom Feuerwehrchef wurde auch Tries Oberbürgermeister Wolfram Leibe unmittelbar nach dem Geschehen über die Lage informiert.
00:15:47: Er zögert nicht lange und macht sich auf den Weg zum Hauptmarkt, der nicht weit von seinem Büro wegliegt.
00:15:53: Was der Bürgermeist dort sieht, gleicht einem Schlachtfeld.
00:15:56: Besonders prägt sich ihm eine junge Frau ein, die auf dem Boden liegt.
00:16:00: Wenige Meter neben ihr steht ein Schuh, den sie verloren haben muss.
00:16:04: Sein erster Impuls ist es, ihr den Schuh wieder anzuziehen – denn braucht sie doch, denkt er!
00:16:10: Doch dann wird ihm klar dass die Frau eine fünfundzwanzigjährige Jurastudentin diesen Schuh nicht mehr braucht….
00:16:16: Sie ist tot.
00:16:17: Nur wenig später wird der Bürgermeister von Polizisten umringt, die ihm erklären das sie jetzt für seinen Schutz zuständig sind, Man weiß eben immer noch nicht, gibt es nur einen Täter.
00:16:28: Kommt da noch was?
00:16:30: Es ist absolut nicht sicher in dieser
00:16:31: Situation.".
00:16:33: Während die Rettungskräfte sich in der Fußgängerzone um zahlreiche Personen kümmern, geht die Verfolgung des Täters für die Polizei weiter.
00:16:40: Anhand der Notrufe lässt sich die Route des SUVs nachvollziehen – sie führt von der Brotstraße über den Hauptmarkt bis hin zu Porta Nigra.
00:16:51: Dort biegt der Wagen rechts auf die Straße ab und hält wenige Meter später rechts am Straßenrand.
00:16:57: Ein Mann steigt aus, zündet sich eine Zigarette an und lehnt sich gegen sein Auto.
00:17:02: Passanten bemerken dass der Waken vorne stark beschädigt ist und sogar noch Reste einer Handtasche am Scheinwerfer hängen – sie rufen die Polizei weil sie davon ausgehen das er einen Unfall hatte… Und nur Sekunden später halten mehrere Streifenwagen davor.
00:17:20: Der Mann, der an dem Wagen lehnt, grinst sie an.
00:17:23: Er leistet keinen Widerstand als sie ihn zu Boden bringen und das Kennzeichen überprüfen.
00:17:28: Bange Sekunden vergehen – dann kommt die Bestätigung Ja!
00:17:31: Das ist das richtige Auto.
00:17:33: Der Täter ist gestoppt.
00:17:35: Vier einhalb Minuten sind vergangen seit erster Notruf eingegangen ist.
00:17:39: Vierenhalb Minuten haben die Triehe für immer verändert.
00:17:42: In der Fußgängerzone bleibt eine Schneise der Verwüstung zurück.
00:17:46: Ein vierzigjähriger Zahnarzt hat seine Praxis in der Trierer Innenstadt.
00:17:51: Er will an diesem Tag seine Mittagspause mit seiner Familie verbringen, er und seine Frau haben bereits einen Sohn, der es anderthalb – aber vor neun Wochen ist auch noch eine kleine Tochter dazugekommen.
00:18:02: Seine Frau kommt Ihnen daher in der Mittagspause mit den Kindern besuchen.
00:18:06: Sie wollen eine kleine Runde spazieren gehen!
00:18:09: Als sie in Höhe des Hauptmarktes sind rast der SUV heran.
00:18:14: Er trifft den Zahnarzt und den Kinderwagen, den er gerade schiebt.
00:18:18: Das Baby ist vermutlich sofort tot – der vierzigjährige roppt noch ein paar Meter in Richtung des Brunnens, verliert dann aber das Bewusstsein.
00:18:26: Zahlreiche Passanten sehen diese Szene!
00:18:29: Sie sehen wie der Kinderwagen durch die Luft fliegt….
00:18:32: sie hören den Aufbrei der Körper auf dem Auto, das Aufholen des Motors….
00:18:36: Und sie hören die Schreihe der Mutter, die neben ihrem toten Kind und ihrem Mann zu Boden sinkt... Mein Baby, mein Baby", schreibt sie immer wieder.
00:18:44: Zeugen werden später sagen dass sie noch nie im Leben eine Frau so haben Schreien hören.
00:18:49: Die Gynäkologin die ihre Praxis am Hauptmarkt hat kümmert sich zuallererst eben um dieses baby.
00:18:55: Sie versucht das kleine Mädchen wiederzubeleben und es gibt irgendwelche Menschen die das filmen und später in den sozialen Netzwerken teilen.
00:19:02: also generell sind sehr viele Videos die menschen gemacht haben aus diesen ersten Minuten später ja online aufgetaucht und da muss ich wirklich sagen, das verstehe ich absolut gar nicht.
00:19:15: Wie kann man in dieser Situation... Also nein!
00:19:19: Die Gynäkologin schafft es nicht das Baby zu reanimieren.
00:19:22: auch die wenig später eintreffenden Rettungskräfte geben noch einmal alles jedoch vergeblich.
00:19:28: Auch der forty-fünfjährige Vater des Kindes verstirbt noch am Tatort.
00:19:32: Die Mutter und der anderthalbjährige Sohn wurden ebenfalls verletzt.
00:19:36: Sie schweben allerdings nicht in Lebensgefahr, die psychischen Verletzungen sind deutlich schlimmer.
00:19:42: sie werden erst mal ins Krankenhaus gebracht Und ich habe jetzt ein paar Augenzeugen Berichte um diese Situation etwas näher zu bringen.
00:19:52: Ich muss sagen dass sich sehr viel in meiner Recherche mich bezogen habe auf den TRIRA Volksfreund.
00:19:59: Das ist eine Online-Zeitung, ich weiß nicht ob die auch ne Printversion haben aber jedenfalls die Lokalzeitung vor Ort, die sehr viel berichtet hat und aus den Artikeln hab' ich sehr viele Informationen bekommen.
00:20:11: und diese Augenzeugenberichte stammen ja aus ganz verschiedenen Artikel zu der Amokfahrt und die möchte ich euch jetzt einfach einmal kurz aus quasi verschiedenen Perspektiven schildern.
00:20:25: Der Mama hält Terise E., die ist zu ein Vierzig, und sie erzählt.
00:20:29: Ich war mit meiner Mutter meine Tante und einer guten Bekannte in der Mittagspause in der Innenstadt unterwegs.
00:20:35: Wir waren gerade vor dem neuen Woolworth am Pranger – da hörten wir plötzlich aus der Palaststraße Schreie und einen Riesenknall!
00:20:42: Und dann kam schon das Auto angerasst.
00:20:44: Ich konnte meine Mutter noch grade so zwischen den Warenkörben vor Woolworth schupsen, dann streifte mich das Auto an der Ferse.
00:20:54: so, als wolle er alles erwischen was möglich ist.
00:20:57: Wir sahen wie das Auto gegen eine junge Frau breite die dann durch die Luft flog vom Einrichtungsladendepot mehrere Meter weit bis zur Drogerie Müller.
00:21:06: es war schrecklich.
00:21:07: auch andere Leute die erwischt wurden flogen wie Puppen durch die Gegend.
00:21:11: am Hauptmarkt schlag ein umgestützter Kinderwagen daneben einen Mann und ein Baby.
00:21:15: Das sind Bilder die ich nie wieder vergessen werde.
00:21:18: Dann haben wir Eugen R der isst Verkäufer in einem Bekleidungsgeschäft am Haupt Markt.
00:21:22: Er berichtet Es war wie im Krieg.
00:21:25: Ich bin durch Blut gelaufen.
00:21:26: Am Hauptmarkt habe ich einem etwa zwölfjährigen Mädchen geholfen, sie stand da und hat gezittert – ich habe sie zugedeckt!
00:21:33: Dann hab' ich den umgeworfenen Kinderwagen gesehen und eine Decke daneben.
00:21:37: Zehn bis fünfzehn Meter weiter lag ein weiterer Mensch auf dem Boden.
00:21:40: Zugedeckt….
00:21:41: er war tot.
00:21:42: Ein Polizist hat gefragt ob er eine Deckel haben könne weil man seine Hand noch sah.
00:21:47: Dann ist Sarena M., der wohnt seit mehreren Jahren oder Jahrzehnten am Hauptmarkt Und der war gerade selbst draußen unterwegs, kam aber grade wieder nach Hause.
00:21:56: Hat sich die Hände gewaschen und in dem Moment ging es draußen los mit dem Lärm und den Schreien.
00:22:02: Rainer lief dann nach unten, aber die Polizei schickte ihn sofort wieder rein.
00:22:06: Drei Minuten davor ist er selbst noch an dieser Strecke lang
00:22:09: gelaufen.".
00:22:10: Ja und ich glaube das ist so ein Aspekt in vielen solcher Fälle dass man sich glaub ich ganz oft fragt was wäre wenn nicht nur einen Moment irgendwo später gekommen wäre, früher hingekommen wäre.
00:22:24: Was ist nicht jetzt den Weg genommen hätte statt denen und ich habe tatsächlich auch nach dem Markteburg Vorfall auf Social Media diverse Videos von Leuten gesehen die eben tatsächlich auf diesem Weihnachtsmarkt waren und gesagt haben sie haben das alles mehr oder minder live mitbekommen aber sie waren jetzt nicht physisch beteiligt.
00:22:48: Da wurde jedes Mal diese Frage gestellt, was wäre wenn ich jetzt doch irgendwie noch an dem Stand länger stehen geblieben wäre.
00:22:56: Was hätte dann alles passieren können?
00:22:58: Ich glaube das sind so ganz menschliche Fragen die sich wahrscheinlich jeder in so einem Moment stellt aber auch sehr herzzerreißend auf jeden Fall weil ich glaube dass das sehr viel Last mit sich bringt.
00:23:12: Ja auf jeden fall!
00:23:13: Man muss halt sagen, dass es letztendlich ein Zufall ist.
00:23:16: Renes getroffen hat... Also klar man kann natürlich auch an Schicksal glauben aber das tue ich persönlich jetzt nicht.
00:23:23: Das bleibt wir selbst überlassen.
00:23:25: und die Menschen, die eben nicht davon betroffen waren weil sie an dem Tag wie zum Beispiel eine Hörerin von uns eigentlich in die Stadt wollte aber dann doch nicht losgefahren ist weil dann erst noch was gebastelt werden musste mit dem Kind Da kann man sich natürlich schon denken, dass man einen Schutzengel hatte oder einfach von Glück sprechen, das man nicht in der Stadt war.
00:23:49: Aber die Personen über die Wertsprechende waren halt da und es gibt dann auch noch Ali J., der arbeitet an einer Imbissbude an der Simeonstraße.
00:23:59: In dem Moment rasternen das Auto vorbei mit Achtzig kmh Und er... Es gibt ein Überwachungsvideo aus dieser Imbisbude.
00:24:08: Man sieht, dass das Auto vorbei rast.
00:24:09: Und man sieht, als Ali Yod ohne lang nachzudenken über diese Theke springt und dem Auto hinterher guckt.
00:24:17: Er sieht dann noch wie der Wagen eine Frau erfasst und sie durch die Luft fliegt.
00:24:22: Und er rennt auf sie zu will ihr helfen bemerkt aber, dass sie schon tot ist.
00:24:26: Er deckt ihr Gesicht mit seinem T-Shirt zu um anderen Passanten und vor allem Kindern diesen Anblick zu ersparen.
00:24:33: Dann versucht er anderen Menschen zu helfen.
00:24:35: Der Oberbürgermeister ist ja, wie gesagt auch ziemlich schnell vor Ort und er erzählt Folgendes.
00:24:42: Mein erstes Bild war das mir Polizisten mit Maschinenpistolen gesagt haben Herr Oberbürgermeister wir müssen sie jetzt erstmal beschützen.
00:24:49: Wir wissen nicht ob es noch weitere Täter gibt.
00:24:52: Da ist mir bewusst geworden dass es vielleicht doch keine gute Idee war dort hinzufahren aber ich wollte helfen.
00:24:58: Er schildert außerdem dass er den Notarzt gesehen hat der versucht hat das neunwochenalte Baby zu retten.
00:25:04: Er sagt, er hat abgedeckte Körper gesehen und schwer verletzte Menschen die in der Brotstraße links-und rechts lagen.
00:25:11: Es war so furchtbar still – niemand hat geschrien!
00:25:14: Man hat nur noch die Martinshörner gehört.
00:25:16: Es lagen kaputte Teddybären mit Nikolausmützen auf den Straßen, die in den Ständen vor den Geschäften saßen bevor sie der Täter umgefahren hat….
00:25:24: Und ein paar Meter weiter lag wieder eine Leiche.
00:25:27: Auch für die Polizisten bietet sich ein schlimmes Bild.
00:25:30: «Es hat ausgesehen wie im Krieg», sagt einer von ihnen.
00:25:33: An vielen Stellen hätten Menschen auf dem Boden gelegen, die Auslagen der Geschäfte seien verstreut in der Fußgängerzone gewesen.
00:25:40: Es war ein schreckliches Bild.
00:25:42: Eine Kollegin von diesen Polizisten sagt und die Leute kamen auf uns zugelaufen und haben um Hilfe geschrien.
00:25:48: Überall hätten Menschen gelegen teilweise seien sie wiederbelebt worden.
00:25:52: Ich muss sagen bei den ganzen Augenzeugenberichten, die ich gelesen habe – das sind natürlich noch deutlich mehr, ich hab jetzt einen Paar davon rausgesucht – da hab' ich halt wirklich immer wieder angefangen zu weinen weil Ich ist so schlimm fand und man sich das schon recht gut vorstellen kann, aber vor allem halt diese Mutter wie sie am Schreien ist.
00:26:11: Boah!
00:26:12: Also mir ist es einfach nur so runter gelaufen.
00:26:15: Ja also ich glaube du hast auch gesehen ich habe das ein oder andere Tränchen hier wegdrücken müssen.
00:26:22: Ich glaube dass was den Menschen an diesem Tag passiert ist... fühlt sich halt für viele Leute auch trotzdem nochmal total surreal an.
00:26:31: Und je mehr Leute darüber berichten, desto besser können sie vielleicht damit umgehen – auch wenn das für uns natürlich jetzt erstmal mega schmerzhaft ist, sich das alles anzuhören.
00:26:43: aber genau das ist eben passiert!
00:26:45: Die vorläufige Bilanz dieses furchtbaren Tages fünf Tote und vierundzwanzig Verletzte.
00:26:51: Einige von ihnen schweben in Lebensgefahr Manche können das Krankenhaus nach Kurzen wieder verlassen.
00:26:58: Der forty-fünfjährige Zahnarzt und sein Baby waren nicht die einzigen Todesopfer der Tat.
00:27:03: Es gab außerdem noch eine zweiundfünfzigjährige Berufsschullehrerin, die vor gerade mit ihrem Fahrrad durch die Fußgängerzone – auch sie hatte keine Chance mehr dem SUV auszuweichen.
00:27:14: Sie war ebenfalls sofort tot!
00:27:16: Dann ist da noch Uli Haar.
00:27:18: Sie ist zu der Zeit mit ihrem Mann Jupp in der City unterwegs und die beiden machen immer alles gemeinsam, vor allem gehen sie auch gerne mal in die Stadt einen Kaffee trinken und ein bisschen bummeln.
00:27:28: Ueli wird von dem Auto erfasst und auf den Boden vor dem Nordsee stand geschleudert – die seventy-Jährige stirbt weniger Augenblicke später.
00:27:37: Ihr Mann Jup wird lebensgefährlich verletzt und später ins Krankenhaus gebracht.
00:27:41: Und zuletzt trifft es Katja eine zwanzigjährige Jurastudentin.
00:27:46: Ein junger Mann läuft nur wenige Meter neben ihr und beschreibt später, wie sie plötzlich von dem Auto erfasst wurde.
00:27:52: Und mehrere Meter weiter geschleudert wurde – auch Katja hatte keine Chance!
00:27:57: Es dauert nur für fünf Minuten bis die Rettungskräfte alle Verletzten aus der Fußgängerzone in die beiden Krankenhäuser in Trier gebracht haben.
00:28:05: Zum Glück sind die beiden auch ganz in der Nähe so dass der Transport jeweils nur wenigen Minuten dauert.
00:28:10: Ein Patient wird mit einem Rettungsubschrauber in ein weiter entferntes Krankenhaus gebracht.
00:28:16: Die Nachbarstaaten Luxemburg und Frankreich hatten innerhalb kürzester Zeit medizinische Hilfe angeboten.
00:28:22: An diesem Einsatz waren insgesamt rund eighthundertfünfzig Einsatzkräfte beteiligt, dazu zählen natürlich Polizei- und Rettungsdienst sowie die Feuerwehr aber auch das THW, die Hubschrauberbesatzung der Katastrophenschutz sowie mehrere Notfallseelsorge haben.
00:28:38: Alle haben Hand in Hand gearbeitet – auch die Zusammenarbeit mit den Krankenhäusern klappte problemlos!
00:28:44: Dort hatte ein Mitarbeiter des Mutterhaus-Klinikums, also das eine heißt Mutterhaus.
00:28:49: Das andere heißt Brüderkrankenhaus.
00:28:52: Jedenfalls der Mitarbeiter hatte unmittelbar nach Beginn der Amokfahrt in seinem Krankenhoster angerufen sodass das Krisenteam dieses Krankenhauses sofort sich einrichten konnte und auf diese Großlage vorbereiten konnte.
00:29:06: Zwei Ärzte von da sind sogar mit Notfalltaschen zu Fuß los gegangen um sich vor Ort um die Verletzten zu kümmern.
00:29:13: Anstehende Operationen wurden abgesagt, die OP-Seele wurden eben für Notfälle geräumt und zusätzliche Schockraumteams wurden zusammengestellt.
00:29:21: So standen in kürzester Zeit rund vierzig Personen zur medizinischen Versorgung der Patienten bereit.
00:29:26: In Trier ist es als würde die Zeit stillstehen – niemand kann fassen dass so etwas in dieser kleinen und beschaulichen Stadt passieren kann!
00:29:35: Woanders ja … in den richtigen Großstädten… aber hier?
00:29:39: Damit hat niemand gerechnet.
00:29:41: Der Schock sitzt tief Die Betroffenheit ist deutlich spürbar.
00:29:45: Noch an diesem Abend findet im Trierer Dom ein Trauergottesdienst statt, an dem einen Hundertfünfzig Menschen teilnehmen.
00:29:52: Ausnahmsweise wird dazu die Hellenenglocke geläutet – das ist die größte und schwerste Glocke im Domgeleut – und sie klingt besonders tief!
00:30:00: Normalerweise erklingt sie nur dann wenn Angehörige des Domkapitels verstorben sind.
00:30:05: Deshalb wird sie auch Totenglockel genannt und an diesem Abend läutet sie auch für die Verstorbenen der
00:30:11: Armokfahrt.".
00:30:12: Sobald der Hauptmarkt wieder freigegeben ist, legen zahlreiche Menschen dort Blumen, Kerzen, Stofftiere Fotos und Briefe ab.
00:30:19: Menschen bleiben dort stehen, halten inne, schütteln fassungslos den Kopf – viele Weinen!
00:30:25: Eine große Insel dieser Trauergaben befindet sich am Marktkreuz eben auf dem Hauptmarkt.
00:30:31: doch auch an verschiedenen anderen Stellen sind Kerzen und Bilder zu finden nämlich da wo Menschen ums Leben kamen.
00:30:39: Auch vor der Porta Nigra, dem Endpunkt der Höllenfahrt entsteht ein riesiges Kerzenmeer.
00:30:44: Das Denkmal wird zum zentralen Gedenkort – in den Tagen nach der Tat versammeln sich hier immer wieder zahlreiche Menschen die gemeinsam den Opfern gedenken oder Blumen niederlegen.
00:30:54: Die Solidarität in der Region ist enorm groß!
00:30:58: Innerhalb kürzester Zeit kommen große Summen an Spendengeldern zusammen.
00:31:02: Ein Teil dieses Geldes ist schon jetzt für eine Skulptur in Erinnerung an die Opfer gedacht, doch der Großteil soll den Hinterbliebenen und dem Verletzten zukommen.
00:31:11: Innerhalb einer Woche kommen so schon rund fivehundertfünfzigtausend Euro zusammen.
00:31:16: In den Tagen nach der Tat stellt ein Polizeiteam sich mit einem großen Wagen auf den Hauptmarkt als Anlaufstelle für die Bürger – außerdem gehen Notfallseelsorger durch die Geschäfte, verteilen Flyer- und Weisenaufhilfsangebote hin.
00:31:30: Bei vielen Menschen, die sich in den Geschäften aufgehalten haben wird erst Stunden nach den schrecklichen Ereignissen deutlich, dass sie – auch wenn sie körperlich unversehrt sind – trotzdem ein Opfer der Tat geworden sind.
00:31:42: Die psychischen Folgen, die die Geschehnisse mit sich bringen, sind nicht zu verkennen.
00:31:46: Hunderte Menschen sind traumatisiert von den Bildern, die Sie gesehen und den Geräuschen, die sie gehört haben.
00:31:52: Bei einigen von ihnen zeigen sich mit der Zeit Symptome eines posttraumatischen Belastungssyndroms.
00:31:58: Einigen ist Angst im Alltag ein ständiger Begleiter.
00:32:01: Geräusche wie aufbrausende Motoren oder Serienengehäu sorgen bei manchen für Panikreaktionen.
00:32:07: Notfallseelsorger, Gesprächsrunden und in manchen Fällen auch Therapeuten helfen bei der Aufarbeitung des Erlebten.
00:32:14: Bei dem festgenommenem Fahrer des SUV's handelt es sich um den fifty-Jährigen Bernd Wehe aus Trier.
00:32:20: Zum Zeitpunkt der Festnahme hatte er einen Promillewert von.
00:32:25: Erst nach der Festnahme und den ersten Ermittlungen kann wirklich Entwarnung gegeben werden.
00:32:30: Der Täter hatte keinelei Verbindung zu terroristischen Organisationen oder hatte jetzt irgendwelche politische Motive für die Tat, also stattdessen ist es eher so dass man gar nicht richtig weiß warum er's eigentlich gemacht hat.
00:32:44: In seinem Auto hat man zwar Patronenhülsen gefunden jedoch keine Schusswaffe.
00:32:49: in den ersten Vernehmungen zeigt sich Bernd Wehe relativ redselig.
00:32:54: Dabei redet er zum Teil wirres Zeug und gibt unzusammenhängende Antworten.
00:32:58: Bei den Ermittlern macht sich der Verdacht breit, dass der einundfünfzigjährige psychische Probleme hat.
00:33:04: In seinen bisherigen Vernehmungen hat der Beschuldigte wechselnde und in Teil nicht nachvollziehbare oder widersprüchliche Angaben gemacht – aus denen sich derzeit weder ein nachvollziehbares Motiv für die Tat noch Einzelheiten zum Tatergang herleiten lassen, gibt die Polizei nach den ersten Verneemungen
00:33:19: bekannt.".
00:33:21: Bernd Weh hat jahrelang in einer Elektronikfirma gearbeitet, er hatte sein Job jedoch einige Monate vorher gekündigt – ebenso auch seine Wohnung.
00:33:30: In der Zeit danach hat er häufig bei Bekannten geschlafen oder auch mal in seinem Auto.
00:33:36: Bernd weh ist ledig, hat keine Kinder und ist in seinem Umfeld zuletzt vermehrt durch wahnhafte Gedanken aufgefallen.
00:33:42: So erzählte er jedem, der es hören wollte, dass er als Kind Versuchskaninchen in einem illegalen Experiment war für das ihm radioaktive Substanzen gespritzt wurden.
00:33:52: Dafür stehe ihm als Entschädigung ein hoher Geldbetrag nämlich eine halbe Million Euro zu, der jedoch von einem Notar verwahrt wäre und der würde ihm das Geld nicht aushändigen – über diesen Notar hatte Bernd Wiesig zuletzt immer wieder beschwert!
00:34:07: Die Mutter von Bernd Wehe ist zehn Jahre zuvor verstorben.
00:34:11: Seitdem gab es wohl so Erbschaftsstreitigkeiten mit seiner Schwester oder zumindest hat er seinen Bekannter davon erzählt, dass das so sei und bei Facebook machte er seinem Ärger über verschiedene Behörden immer wieder Luft.
00:34:24: Er schrieb über das Amtsgericht Superirrenhaus lassen Dokumente- und Grundbuchbriefe verschwinden tauschen Erbscheine Und über die Kripo schreibt er Letzte Einrichtung Deutschlands helfen nicht, wenn nötig und wissen schon Bescheid, wer tot sein soll, wenn sie ein Tatort betreten.
00:34:40: Selbst wenn die Polizei einen zu ihnen schickt bewegen Sie sich nicht frei nach dem Motto «lang lebe der Kaiser König».
00:34:46: Der Prozess gegen Bernd Wehe beginnt neun Monate später am Landgericht Trier.
00:34:51: Insgesamt gibt es fünfzehn Nebenkleger – darunter sind die Angehörigen der Todesopfer aber auch einige Verletzte.
00:34:58: Unter ihm ist Wolfgang Haar, der seine Schwester Uli verloren hat Aber auch die Familie von Katja, der fünfundzwanzigjährigen Studentin ist doch vertreten.
00:35:07: In einem Zeitungsinterview berichten sie von ihrer Trauer.
00:35:11: Die Schwester Tanya sagt, Katja war für mich die wichtigste Person in meinem Leben – wir haben immer alles zusammengemacht!
00:35:19: Wir waren die besten Schwestern, die es gab, einfach auch beste
00:35:21: Freunde.".
00:35:23: Katjas Mutter sagt, dass sie seitdem jeden Tag zehn bis vierzehn Kilometer mit Freundinnen laufen gehe um ihren Verlust zu verarbeiten.
00:35:30: Wenn sie aber ein Auto sehe, das dem des Täters ähnlich sei, dann hat sie sofort vor Augen wie ihre Tochter überfahren wird.
00:35:38: In zahlreichen Augenzeugen berichten wird das Ausmaß des Slides deutlich, dass Bernd Wehe angerichtet haben soll.
00:35:44: Viele Menschen die bei der Tat verletzt wurden oder sogar nur zusehen mussten leiden heute noch an den körperlichen und psychischen Folgen.
00:35:52: Darunter ist eine Siebenvierzigjährige – sie saht in Wagen auf sich zu Rasen und konnte nach zur Seite springen.
00:35:58: Trotzdem wurde sie an der Tasche erwischt und stürzte zu Boden, wobei sie sich das Becken den Kopf-und die Schulter prällte.
00:36:06: Nur wenige Meter weiter sieht sie einen schwer verletzten Mann liegen.
00:36:10: Eineinhalb Jahre nach der Tat hat sie immer noch gelegentlich Schmerzen in der Hüfte – schlimmer sind aber noch die psychischen Folgen!
00:36:17: Als weniger Zeit vor ihrer Aussage vor Gericht neben ihr ein Auto plötzlich beschleunigte, bekam sie Panik und rannte weg.
00:36:25: Eine Siebzigjährige hatte der Täter mit dem Fahrzeug am Fuß erwiszt.
00:36:29: Auch wenn sie weder vollständig genesen ist, gehe sie nur noch ungern in die City und nur dann, wenn es sich nicht vermeiden ließe.
00:36:36: Und dann drücke sie sich aus Angst ganz nah an den Häuserwänden vorbei.
00:36:41: Nachts werde sie häufig von Albträumen geplagt und wacheschreiend auf.
00:36:45: Im Prozess sagen außerdem mehrere Bekannte von Bernd Weh aus um die Hintergründe eben weiter aufzuklären – man hat über ihn noch nicht so viel erfahren!
00:36:55: So hatte er zum Beispiel eine ältere Nachbarin, die sich seiner angenommen hatte und bei der er nach der Kündigung seiner Wohnung für eine Weile lebte.
00:37:03: Es wird deutlich, dass Berndwee alkoholabhängig
00:37:06: ist.".
00:37:07: Ohne Alkohol ging bei dem gar nichts", sagt die Freundinnen.
00:37:10: Am Tartag begann er bereits um elf Uhr zu trinken.
00:37:14: Über Berndwes Werdegang ist jetzt nicht so viel bekannt – er unterhielt offenbar fünfundzwanzig Jahre lang eine intakte Beziehung zu einer Frau aber Die existierte jetzt nicht mehr zu dem Zeitpunkt der Tat.
00:37:25: Und zu seiner Familie hatte er keinen guten Kontakt mehr, die Mutter ist ja wie gesagt vor einigen Jahren verstorben und mit der Schwester ging es auch irgendwann auseinander.
00:37:35: Die wahnhaften Gedanken scheinen sich bei ihm in den Jahren vor der Tat noch verstärkt zu haben.
00:37:41: Er fühlte sich zunehmend verfolgt.
00:37:43: unter anderem glaubte er dass man ihn bei der Arbeit beobachten würde weshalb er da schließlich auch gekündigt hat.
00:37:49: Gleiches geschah dann später auch mit seiner Wohnung, also er hat die auch gekündigt weil er sich da ja beobachtet verfolgt gefühlt hat.
00:37:56: Auch von seinem besten Freund fühlte er sich bespitzelt und er hat sich nach und nach einfach immer weiter zurückgezogen.
00:38:03: Wernfee hat sich sogar einige Jahre vorher sämtliche Zähne ziehen lassen weil er vermutet oder geahnt hat dass darin Peilsender versteckt wurden.
00:38:13: Einen Freund hatte er mal gefragt, ob er ihm eine Pistole besorgen könne und als dieser Wissen wollte wieso sagte Bernd Wehe, er wolle seine Schwester töten.
00:38:21: Ein richtiges Motiv.
00:38:22: abgesehen von den psychischen Problemen lässt sich bei Bernd weh nicht erkennen – zumindest äußert er sich nicht dazu.
00:38:29: In seiner Vernehmung hatte er noch angegeben dass er nicht wissen was da mit ihm geschehen sei aber es gibt Anzeichen die dagegen sprechen also die eher dafür sprechen das er da genau wusste geplant hatte.
00:38:44: So hat er nämlich am Tag der Tat sein gesamtes Geld vom Konto abgehoben, er hat dieser bekannten Nachbarin wie auch immer den Wohnungsschlüssel zurückgegeben und ihr seinen Auto versprochen wenn er in den Knast kommt.
00:38:56: Außerdem zahlte er kurz vorher seinem Chef Schulden zurück und machte sich am Tag vorher seinen Lieblingsessen rolladen.
00:39:04: In den Monaten vor der Tat fielen außerdem immer wieder Sätze wie Ihr werdet noch von mir hören Wenn mir Trier weiter auf den Sack geht, ballere ich da durch und dann ist Feierabend.
00:39:14: Und nur wenige Stunden vor der Tat sagte er, jetzt knallst es!
00:39:17: Ich haue alle
00:39:18: um.".
00:39:19: In der Nacht vor der tat hatte er bei einem Freund auf dem Sofa geschlafen.
00:39:23: aber ja also die haben da halt auch gesoffen und er hat in der Wohnung irgendwie die Küche verwüstet, irgendwie abgerissen wie auch immer, hat dann auf ein Regal sowie auf die Couch gepinkelt und daraufhin hat dieser bekannte Bernd Wehe rausgeschmissen Wo er dann geschlafen hat, wahrscheinlich im Auto.
00:39:41: Er war ja auf dem Papier obdachlos.
00:39:44: Am Tag der Tat traf Bernd Weh sich dann vormittags mit Freunden von denen einer Geburtstag hatte und sie trafen sich um das zu feiern an einer Bushaltestelle wo sie ab elf Uhr gemeinsam Alkohol tranken.
00:39:56: Um dreizehn Uhr verabschiedete sich der einund fünfzigjährige und stieg in sein Auto.
00:40:01: Kurz vor Beginn der schrecklichen Ereignisse in der Fußgängerzone machte er einen Zwischenstopp bei McDonalds wo er sich zwei Bürger bestellte.
00:40:08: Einen davon fanden die Einsatzkräfte später noch angebissen im Fußraum des Beifahrersitzes.
00:40:13: Die Polizei hat für diesen Fall eigens ein Programm entwickelt, in dem sie den Tatort so dreihundertsechzig gradmäßig darstellen können, so ein bisschen ähnlich wie bei Google Street View und das wird eben im Prozess gezeigt damit sich die Strafkammer von einem besseren Überblick verschaffen kann.
00:40:31: es ist ja ein sehr großer Tatort von acht hundert Metern Länge da zu stellen, wo was passiert ist.
00:40:41: Und in diesen Programmen sind quasi an den Orten, wo es passiert ist die einzelnen Aussagenvorfälle verlinkt und dann konnte man da noch irgendwie drauf klicken.
00:40:51: Da sind auch alle Videos verlinkт, die der Polizei zur Verfügung standen, was eben unter anderem diese Videos vom Hauptmarkt waren aber auch Videos von Überwachungskameras usw..
00:41:03: Frage, weißt du was darüber?
00:41:05: Ob es Konsequenzen für einige der Leute gab die dann am Tatort gefilmt haben denn das steht ja mittlerweile unter Strafe.
00:41:14: Du darfst ja nicht wenn irgendwo Unfälle oder sonstige Sachen passieren dass darfst du nicht filmen.
00:41:19: Also ich denke nicht dass diese Personen eine strafe bekommen haben Denn ganz offensichtlich wenn du direkt nach der tat das filmst warst du auch selber dabei.
00:41:27: das heißt du wirst selbst auch unter schock stehen.
00:41:30: Ich glaube nicht dass das jetzt großartig geahndet wurde.
00:41:33: Nichtsdestotrotz ist es halt das eine, also auch schon das zu filmen.
00:41:36: Ist halt ne wehre Reaktion.
00:41:38: aber okay du stehst unter schock.
00:41:39: komisch was man da vielleicht macht Aber dass zu veröffentlichen Auch schwierig.
00:41:46: Also in dem Bußgeldkatalog Hier steht Ich glaube da geht's vor allem um leute die
00:41:57: auf
00:41:58: Autobahnen wenn Unfälle passiert sind garfen die dann Fotos und Videos machen von den Verletzten, vom Unfallort oder eben auch von den Einsatzkräften.
00:42:08: Und dadurch natürlich häufig auch die Arbeit von den Einsatzkräften behindern...
00:42:13: Oder auch den Verkehr?
00:42:14: ...und den Verkehr die ganze Situation einfach unnötig gefährlicher machen.
00:42:19: Das bloße Gaffen alleine ohne das schon zu filmen kann mit einem Bußgeld von zwanzig bis tausend Euro geahndet werden.
00:42:29: Ach krass!
00:42:30: Die Behinderung der Rettungskräfte durch Befahren des Seitenstreifens, zum Beispiel der Autobahn, sind dann verschiedene Sachen.
00:42:40: Unterlassene Hilfeleistungen ist in so einem Fall vielleicht auch relevant und keine Ordnungswidrigkeit mehr, sondern eine Straftat.
00:42:50: Und kann mit bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe oder auch einer größeren Geldstrafe geahndet werden.
00:42:56: Das Fotografieren und Filmen von einem Unfall ist eben so eine Straftat, und kann mit- bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe geahandet werden oder auch eben einer Geldstrafee.
00:43:08: Seit dem ersten Ersten, Erstenswanzig, Einundzwanzig steht auch das Film von Unfalltoten tatsächlich auf dieser Liste.
00:43:17: extra nochmal und ich glaube, das sagt ja schon alles über Menschen aus.
00:43:21: Das ist ein Bußgeldkatalog geben muss der sowas noch mal genau kategorisiert.
00:43:26: also Mal abgesehen davon dass das ethisch moralisch auf jeder Stufe einfach verwerflich ist.
00:43:33: Leute lasst es sein.
00:43:34: Ja das Problem was sich da vor allem auch sehe ist dass alle Menschen die diese Videos sehen die nicht selbst bei der Tat dabei waren auch auf eine gewisse Art und Weise traumatisiert werden.
00:43:45: Weil das sind so ... Also, müssen so schlimme Bilder sein?
00:43:48: Ich hab kurz danach gedacht, ob ich um das besser schildern zu können.
00:43:53: Aber dann dachte ich mir nicht ganz ehrlich selbst, wenn ich's finde, ich will es nicht sehen.
00:43:56: Ich will vor allem diese Szene mit der Mutter- und dem Säugling nicht sehen, weil es hat mir gereicht, das zu lesen.
00:44:02: Ja, und ich musste auch sofort bei deinen Schilderungen daran denken was du das letzte Mal gesagt hast als du im Gericht warst.
00:44:09: Weil an dem einen Tag, als wir uns aufgeteilt hatten Sagst du in dem Prozess, wo eben auch ein Video gezeigt wurde von einer Explosion und...
00:44:19: Und das war nur auditiv quasi.
00:44:21: Also es waren Überwachungsvideos.
00:44:23: Man hat nichts gesehen.
00:44:24: Also
00:44:24: man hat gar nichts
00:44:24: gesehen?
00:44:25: Nein, das war das Überwachungssvideo von einem Autohaus.
00:44:27: Und du hast nur die Tonspur, die war relevant.
00:44:29: Ja okay.
00:44:30: Weil dass etwas weiter
00:44:30: passiert ist.
00:44:31: Das alleine zu hören, das hat dir ja schon gereicht für diesen Tag also.
00:44:36: Das hat
00:44:36: mir absolut gereicht.
00:44:37: und ja da sprechen wir dann in meinem nächsten in meiner nächsten Menschenmonzerfolge in zwei Wochen drüber.
00:44:44: Ich bin so gespannt, ja!
00:44:45: Ja also eben zurück zu diesem Programm zurück zum Gerichtsprozess.
00:44:50: diese Videos werden dementsprechend auch im Prozess abgespielt und viele Nebenkläger verlassen da den Raum das ich auch sehr gut verstehen kann und die Zuschauer die sich das angucken die fangen... Also viele von denen fangen an zu weinen was ich auch.
00:45:07: Eine große Rolle spielt in diesem Prozess natürlich das Gutachten des psychatischen Sachverständigen und der Experte diagnostiziert bei Bernd Weh eine Paranoide-Schizophrenie unter der er Angeklagte zum Zeitpunkt der Tat eben gelitten hat.
00:45:21: Daher sei er als vermindert schuldfähig, aber nicht gänzlich schuldunfähig einzustufen.
00:45:26: Dieser Prozess dauert forty einen Verhandlungstage.
00:45:29: Am Ende wird während weh wegen fünffachen Mordes und achtzehnfachen versuchten Mordest zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt.
00:45:37: Die besondere Schwerer der Schuld wird verhängt, aufgrund der verminderten Schuldfähigkeit wird die Unterbringung im Maßregelvollzug
00:45:44: angeordnet.".
00:45:45: Der BGH hebt dieses Urteil allerdings wieder auf – zumindest zum Teil!
00:45:50: Denn die Bundesrichter aus Karlsruhe haben an dem festgestellten Tatablauf jetzt nichts auszusetzen.
00:45:56: also das was rekonstruiert wurde wie es war von Das bleibt.
00:46:00: Aber sie bemängeln, dass nicht ein Gehen genug geprüft wurde wie sich der Alkoholkonsum auf die Steuerungsfähigkeit von Bernd Wehe ausgewirkt hat und wie dieser sich möglicherweise noch auf die paranoidische Zyphrenie ausgewirkt haben könnte.
00:46:13: Deshalb soll es einen weiteren Prozess vor einer anderen Strafkammer des Landgerichts Trier geben in der es eben hauptsächlich um diese Frage geht.
00:46:22: Es müssen also nochmal Einige Zeugenaussagen, allerdings handelt es sich hauptsächlich um die Bekannten von Bernd Wehe, die vor der Tat mit ihm zu tun hatten und die Polizisten, die nach der Tat damit zu tun haben.
00:46:34: Die Augenzeugen müssen jetzt nicht nochmal erscheinen.
00:46:37: Übrigens hatte man sich im ersten Prozess darauf geeinigt dass die Mutter des Säuglings- und Frau des verstorbenen Zahnarztes, die natürlich eine Augenzeugung ist das sie nicht aussagen muss Bevor dieser Prozess beginnt, passieren aber nochmal zwei Sachen.
00:46:53: Wir erinnern uns ja an Jupp, den Ehemann von Uli und der hat nach der Tat einen ziemlich langen Genesungsweg vor sich.
00:47:00: Die Familie wartet auch extra mehrere Monate bis er aus der Reha entlassen wird um Uli begraben zu können Und wenige Wochen danach stirbt Jupp dann also erstirbt einer Lungenentzündung.
00:47:12: Es ist offiziell eben nicht eine direkte Folge Der Tat erzählt nicht als Todesopfer Der Amokfahrt, nichtsdestotrotz ist es halt furchtbar.
00:47:23: Und das einzige was man eben dazu vielleicht sagen kann ist dass die beiden jetzt eben wieder zusammen im Himmel sind und wieder alles zusammen machen können.
00:47:33: Wir sind ja eingestiegen mit der Louis S., dem pensionierten Polizisten, der auch getroffen wurde bewusstlos wurde und er liegt tatsächlich zwei Monate lang im Koma.
00:47:44: Seine Frau Anne war an dem Tag der Armorkfahrt bei der Arbeit.
00:47:48: Da hat sich natürlich diese Nachricht über die Tat auch schnell verbreitet und sie erinnert sich, dass ihr Mann ja in die Stadt wollte.
00:47:55: Sie versucht ihnen verzweifelt anzurufen aber Aloys ging nicht ans Telefon Und irgendwann später erst kommt dann der Anruf von einem Krankenhaus.
00:48:04: Man sagt ja in diesem tag auch das sie erstmal nicht kommen braucht weil Ja in der Innenstadt halt Ausnahmezustand ist, es ist alles gesperrt.
00:48:11: Man weiß immer noch nicht so genau was ist los und dementsprechend dauert das auch etwas bis sie zu ihrem Mann kann.
00:48:18: Alois liegt auf der Intensivstation und als er dann irgendwann aus dem Koma wieder auffacht, ist er nicht mehr derselbe.
00:48:25: Der einst so unternehmungslustige engagierte und fröhliche Mann kann sich nicht mehr an den Namen seiner Frau erinnern.
00:48:31: Seine Sprache ist verwaschen, er ist zum Teil gelehmt und hat durch zahlreiche Knochenbrüche eine Schiefstellung des Beins.
00:48:38: Er ist schwerstbehindert.
00:48:40: Seine Frau Anne kümmert sich fortan zu Hause um ihren Mann.
00:48:43: Sie organisiert ein Pflegebett und gibt sich Mühe ihrem Alois so gerecht wie möglich zu werden – doch es ist ein Kampf!
00:48:50: Nicht nur mit der Krankenkasse sondern auch mit ihren eigenen Emotionen.
00:48:54: Eine Angehörige eines der Opfer der Tat sagt bei einem Treffen zu Anne dass sie froh sein könne das ihr Mann noch
00:49:00: lebt.".
00:49:01: Doch alles Gefühle dazu sind komplex.
00:49:04: Der Mann, den sie geheiratet hat, den Vater ihrer Kinder – den hat sie an jenem Tag im Dezember verloren.
00:49:10: Trotzdem kümmert sie sich aufopferungsvoll um Aloys.
00:49:14: Trauern kann sie nicht denn das stimmt ja er lebt noch aber nichts ist mehr wie zuvor und die häusliche Pflege verlangt ihr alles
00:49:21: ab.".
00:49:22: Als es gerade scheint dass es mit ihrem Mann etwas bergauf geht erleidet der ehemalige Polizist auch noch einen Schlaganfall.
00:49:29: Danach wird er immer wieder aggressiv, wenn er merkt wie wenig er noch selbstständig machen kann.
00:49:34: Für Anne ist der irgendwann nicht mehr händelbar und sie kümmert sich um einen Platz in einem Pflegeheim auch wenn sie das nur schwer übers Herz bringt.
00:49:42: Aloys stirbt an den Folgen der Tat am siebenzwanzigsten Februar seit Jahrtausendvierundzwanziger im Alter von sechsundsechzig Jahren – erst damit das sechste Opfer-der-Armungfahrt.
00:49:52: Einen Tag später beginnt der neue Prozess gegen deren Tee.
00:49:57: Es geht damit nun um sechsfachen statt fünffachen Mord.
00:50:02: Im zweiten Prozess gibt es eine kleine Änderung, es durften diese Videos die von den ersten Vernehmungen gemacht wurden im ersten Prozess nicht gezeigt werden, die werden jetzt in Zweiten gezeigt.
00:50:14: Ben Wehe sagte darin dass er sich nur noch brochstückhaft an die Fahrt erinnern könne.
00:50:20: Die Polizisten halten ihm dann ein Handy hin um ihm Videos zu zeigen und seiner Erinnerung auf die Sprünge zu helfen, das lehnte aber vehement ab.
00:50:28: Er sagt, dass will er nicht
00:50:29: sehen.".
00:50:31: Er gibt an, dass er niemanden gezielt ausgesucht habe den er mit dem Fahrzeug erfasst hat und er sagt, ich kann es nicht mehr rückgängig machen!
00:50:38: Ich hasse mich selbst für den Scheiß den ich gemacht habe – ich weiß auch nicht warum ich damit angefangen
00:50:43: habe!".
00:50:44: Er wisse selber nicht was ihn da geritten hat und aus welchem Anlass.
00:50:48: Für die Leute denen etwas zugestoßen ist tut es mir Leid", sagte noch.
00:50:52: Natürlich wird er auch gefragt, was ihn dazu bewogen hat dann am Ende anzuhalten und auf die Polizisten zu warten.
00:50:58: Denn ich stelle mir das ziemlich gruselig vor.
00:51:01: also als Polizist hätte ich wahnsinnige Sorge diesen Mann der da drin sind am Auto steht festzunehmen weil ich eher noch Angst hätte dass er in seinem Auto jetzt eine Bombe hatte oder so.
00:51:11: Er sagt aber dass er gar nicht gewartet hat sondern dass er nur deshalb angehalten hat weil er plötzlich unter Atemnot und starker Übelkeit gelitten habe Während weh gibt an, dass er am Tag vor der Tat noch bei diesem Notar gewesen sei, der ihm das Geld vorenthalte und der habe ihn erniedrigen behandelt.
00:51:27: Außerdem sagt er, dass ihr Kinder haben mindestens zwei und dass eine Tochter von diesen Notar aufgezogen wurde und dass der die sie später auch geheiratet habe?
00:51:38: Das stimmt aber nicht!
00:51:38: Der hat halt gar keine Kinder.
00:51:40: Aber diesen erwähnten Notar den gibts wirklich Und der Jurist gibt an ,dass es eben auch stimmt, dass der Angeklagter am tag vor der tat bei ihm war Aber um sich zu erkundigen, wie er an bestimmte Dokumente kommen könne.
00:51:52: Also möglicherweise ging es darum diese Erbschaftssache oder so, dass das jetzt nicht ganz klar jedenfalls nichts in irgendeiner Richtung von, dass er irgendwie Geld für ihn aufbewahrt hat oder dass er ja Teil dieses Experiments war und halt auch nichts von irgendeinem Tochter.
00:52:07: In diesen wenigen Minuten die dieses Gespräch auch nur angedauert hat habe ich jetzt auch nicht bemerkt, dass man dann irgendwie unzufrieden sei oder sich falsch behandelt fühle.
00:52:16: In diesem zweiten Prozess erstattet ein anderer Psychiater sein Gutachten über Bernd Wehe, aber in den wesentlichen Punkten kommt er zum selben Schluss.
00:52:24: Der Experte erkennt in den neunziger Jahren einen Knick im Lebenslauf des Angeklagten – da habe er sich von seiner Freundin getrennt, den Kontakt zu seiner Schwester abgebrochen und sich sehr zurückgezogen.
00:52:35: Im Laufe der Jahre sei im Angeklagten eine feindselige Haltung zur Gesellschaft aufgekommen.
00:52:40: Auch am Ende des zweiten Prozesses steht ein Schuldspruch wegen nun sechsfachen Mordes.
00:52:45: Er gilt aufgrund seiner psychiatrischen Erkrankung sowie wegen des Alkohol-Konsums als vermindert schuldfähig und eingeschränkt steuerungsfähig.
00:52:53: Das Gericht ist sich aber sicher, dass.
00:52:55: Bernd Wedid hat dennoch ganz bewusst und gezielt begingen und daher wird eben ein erneutes Urteil wegen sechsfachem Mordes jetzt verhängend so wie die Unterbringung im Maßregelvollzug angeordnet.
00:53:08: Sollte er dort jemals rauskommen weil seine psychatische Erkrankung therapiert wurde müsste er noch seine lebenslange Haftstrafe absitzen.
00:53:15: Gegen dieses Urteil wurde auch erneut Revision eingelegt.
00:53:18: Das ist noch nicht sehr lange her, es ist daher bislang noch nicht rechtskräftig und dementsprechend müssen wir da zumindest noch abwarten ob es jetzt dieses mal rechtskräftig wird.
00:53:28: In der Fußgängerzone von Trier wurden an den Orten wo Menschen gestorben sind so branze Plaketten in den Boden eingelassen auf denen die Namen der Opfer eingrafiert sind.
00:53:38: Am ersten Dezember-Zweißenvierundzwanzig wurde vier Jahre nach der Tat nun auch die Gedenkstätte eingeweiht.
00:53:45: Ein Künstler hatte sie gebaut.
00:53:47: Sie steht nun an der Christophstraße in der Nähe des Ortes, wo die Polizisten den Täter festnehmen konnten.
00:53:53: Es handelt sich um sechs jeweils zwei Meter achtzig hohe Stelen aus Bronze, die im Kreis angeordnet sind.
00:54:01: Man kann so ins Innere dieses Kreises treten.
00:54:04: es gibt auch Aussparungen in diesen Stehlen, wo man zum Beispiel eine Kerze reinstellen kann und außerdem soll da noch ein Ehren Erinnerung an Jupp auch dazu kommen, denn auch wenn er nicht offiziell zu den Todesopfern dieser Amokfahrt gehört ist er also sein Tod natürlich trotzdem damit verknüpft.
00:54:24: In Trier gibt es inzwischen feste und versenkbare Poller die die Fußgängerzone schützen sollen.
00:54:30: Trier ist die älteste Stadt der Welt.
00:54:33: sie hat schon viel gesehen und auch wenn die Stadt natürlich irgendwann wieder nach vorne blicken muss ist diese schreckliche Tat nun doch ein Teil ihrer Geschichte.
00:54:41: Und ja, bevor wir jetzt ganz zum Ende kommen ... Ich weiß nicht, ob du's mitbekommen hast.
00:54:46: Aber ich hab bei Instagram einen Aufruf gestartet und gefragt, wer aus Trier kommt.
00:54:51: Gefühlt hört uns ganz Trier oder alle unsere Hörer kommen aus Triel?
00:54:54: Ich weiß es nicht so überrascht.
00:54:56: So viele Nachrichten bekommen!
00:54:58: Und ich hatte da versucht Menschen zu finden die ein bisschen eine eigene Geschichte mit dieser Tat verbinden.
00:55:06: Hab jetzt letztendlich aber die Augenzeugen Berichte, die wir eben vorhin gehört haben verwendet.
00:55:11: Es gab trotzdem sehr viele Leute, die irgendeinen persönlichen Bezug hatten zu dieser Tat.
00:55:17: Zum Beispiel kannten sie eines der Opfer?
00:55:20: Jemand kannte den Täter Menschen, die bekannter haben, die verletzt wurden bei dieser Tat und so weiter.
00:55:28: Und ich habe mich natürlich auch dafür interessiert wie es ist für Menschen aus Trier.
00:55:33: Irgendwie hab' ich eine sehr große Sympathie mit dieser Stadt weiß ich nicht.
00:55:36: Ich würde gerne hin
00:55:38: hinzufahren, um die Leute alle einmal irgendwie in den Arm zu nehmen.
00:55:42: Ja
00:55:42: wirklich?
00:55:42: Concentral
00:55:43: though!
00:55:45: Und ich wollte halt wissen wie ist generell das Lebensgefühl in Trier und wie hat es sich verändert nach dieser Tat?
00:55:51: Und da habe ich jetzt zwei Nachrichten von Hörerinnen rausgesucht, die ich jetzt einmal gerne also mit deren Einverständnis dich vorher eingeholt hab vorlesen möchte, um vielleicht noch einmal so zum Abschluss einen kleinen Overview zu kriegen.
00:56:04: Das finde ich sehr interessant.
00:56:06: Also, das sind jetzt auch nicht die vollständigen Nachrichten sondern Teile der Nachricht und die eine Hörerin möchte nicht mit Namen genannt werden aber sie schreibt.
00:56:17: Die Innenstadt ist auch nicht besonders groß und fast jeder Trierer geht da wo das ganze passiert ist regelmäßig lang.
00:56:23: Ich glaube den meisten von uns ist danach der Gedanke gekommen wenn es jetzt an einem anderen Tag oder einfach nur ein bisschen später gewesen wäre dann hätte dass auch jemand von meinen Liebsten sein können oder ich selbst.
00:56:34: Das hat einen schon extrem betroffen gemacht und geschockt.
00:56:37: Die Tat hat sich so sinnlos angefühlt, auch eher wütend gemacht als dass man unbedingt Angst hatte das ganze noch mal passiert!
00:56:44: Es gab ja nicht wirklich ein Motiv – es hatte denen anscheinend als ob da jemand einfach seinen eigenen Frust willkürlich an anderen auslässt.
00:56:51: Im Endeffekt hätte ein anderes Motiv oder das Wissen der Täter psychisch krank ist für die Opfer und deren Angehörige vermutlich nichts geändert oder besser gemacht.
00:57:00: So oder so war einfach nur furchtbar und
00:57:02: traurig.".
00:57:03: Mittlerweile ist die Tat nicht mehr so allgegenwärtig, aber man denkt schon noch regelmäßig dran oder kommt immer mal wieder auf das Thema.
00:57:10: Es hat auf jeden Fall auch seine Spuhen hinterlassen!
00:57:13: Die Fußgängerzone wurde mit Pollern gesichert und bei größeren Veranstaltungen gibt es jetzt deutlich mehr Polizeipräsenz-und Sicherheitsvorkehrung als vorher.
00:57:22: Man lebt hier zwar nicht in Angst – aber man hat schon das Gefühl dass Allgemein ein anderes Bewusstsein dafür herrscht, dass man hier in Trier eben nicht sicher vor allem schlechten is'.
00:57:32: Und dann haben wir noch einmal die Nachricht von Nina.
00:57:35: Sie schreibt, ich war an dem Tag selbst nicht in Trier sondern zu Besuch mit meinen Eltern wo ich natürlich aber die Nachrichten sofort mitbekommen habe und mich am Handy mit Freunden ausgetauscht habe.
00:57:45: Ich bin dann am nächsten Tag wieder nach Trier gefahren.
00:57:47: Sogar der Kontrolleur im Zug hatte mich damals darauf angesprochen als er auf meiner Fahrkarte gesehen hat wohin ich fahre.
00:57:53: Ich weiß das sagt fast jeder wenn so was passiert Aber es war wirklich schockierend weil man sowas in Triel eher nicht erwartet.
00:57:59: Die Einwohner sagen immer, Trier ist ein Dorf und es fühlt sich wirklich so an.
00:58:03: Die Stadt ist nicht so
00:58:04: groß.".
00:58:04: Das dann so eine Armockfahrt passiert hat aus meiner Sicht auf jeden Fall große Betroffenheit ausgelöst.
00:58:10: Es war aber zu dem Zeitpunkt irgendwie schwierig sich darüber auszutauschen weil ja Corona war – und so vieles nur digital war!
00:58:16: Ich habe damals noch studiert und eines der Opfer war eine Studentin.
00:58:20: deshalb hat der damalige Unipräsident auch Mails rausgeschickt und ihr nochmal besonders gedacht….
00:58:25: Aber es wäre sicher noch mal anders gewesen, wenn wir in Präsenz Uni gehabt hätten.
00:58:29: Danach hatte ich schon ein mulmiges Gefühl durch die Fußgängerzone zu gehen.
00:58:33: Mir erschien das davor total sicher weil an der Stelle, an der man in die Fuß gängerzone reinläuft eigentlich gar keine Autos langfahren nur Busse.
00:58:41: Danke dir und danke euch beiden und allen die uns da auf die Story geantwortet haben bzw.
00:58:47: dir geantwortete haben
00:58:50: Ja ähm... Ich habe das Gefühl diese ganzen Emotionen, die ich bei der Recherche gespürt habe nicht transportieren können.
00:58:59: Ist aber vielleicht auch gar nicht so schlimm weil...
00:59:01: Sonst hättest du hier hätten will ich auch gar nichts verstanden.
00:59:05: Ja also ich hab auf jeden Fall glaube ich bei zwei Dritteln das falls krasse Gänsehaut und Pipi in den Augen gehabt.
00:59:14: es ist aber eher irgendwie wirklich nochmal was anderes sowie du's am Anfang gesagt hast wie ja noch mal als wenns jetzt wirklich Ein Einzelschicksal ist, wo man nachvollziehen kann warum so was passiert ist.
00:59:28: Und ich muss auch sagen diese Umstände nicht nur wie er die Tat begangen hat sondern auch vermeintlich warum und wie er dann gestoppt wurde.
00:59:38: Ich finde das beschreibt die erste Nachricht von der einen Hörerin ganz gut und zwar diese Wut.
00:59:45: also in mir ist jetzt auch schon ganz schön viel Wut auf ihn aufgekommen Nicht nur wegen der Umstände, dass er eben diese Leute umgebracht hat.
00:59:52: Sondern auch weil da so viele Leuten Angst und Schrecken versetzt haben.
00:59:56: Darüber hinaus ist es aber wirklich so, dass ich schon das Gefühl habe ja, da ist auf jeden Fall irgendwo psychisch bei ihm was im Argen.
01:00:06: also da ist nicht alles richtig und das hat dann auch der Gutachten bestätigt.
01:00:13: Nichtsdestotrotz scheint er ja trotzdem auch so klar gewesen zu sein, viele Aspekte seines täglichen Lebens irgendwie zu managen und auch noch lange Zeiten im Job nachzugehen.
01:00:24: Was ich mich da gefragt habe haben die Freunde, haben die Bekannten?
01:00:29: Die Leute, die noch in seinem Leben sind nicht irgendwie das Gefühl gehabt dass das jetzt irgendwie gerade komplett bergab geht mit ihm?
01:00:37: Das hängt ein bisschen davon ab wie man fragt.
01:00:41: Einige haben eben gesagt, dass solche Äußerungen wie zum Beispiel jetzt reicht's oder ich baller da durch.
01:00:47: Wenn Trimme weiterapfeln sagt geht das sie schon registriert haben aber dass sie das nicht ernst genommen haben.
01:00:53: Ich meine natürlich nimmt man das irgendwie auch nicht ernst.
01:00:57: anderen Leuten ist es gar nicht aufgefallen.
01:01:00: zb Arbeitskollegen Da hatte sich ganz normal verhalten
01:01:06: und Das finde ich zeigt mir einmal mehr dass er zumindest in der Lage war, sein Verhalten in gewisser Weise zu kontrollieren oder zumindest zu
01:01:15: lenken.
01:01:16: Zumindest das zu verstecken, dass er diese wahnhaften Gedanken hat und mir erschließt sich halt auch nicht... Also ja, er hatte wahnhaftere Gedanken ganz offensichtlich vor allem eben Paranoide-Gedanken.
01:01:28: aber die Transferleistung, dann unschuldige Passanten in der Innenstadt anzufahren.
01:01:34: Das hat ja damit nichts zu tun!
01:01:36: Es ist ja nicht so als hätte er Stimmen gehört, die gesagt haben du musst die Leute jetzt überfahren oder jemand ist hinter dir her oder so sondern das eine hat ja mit dem anderen gar nix zu tun.
01:01:46: Das hatte man auch häufiger in Fällen wo Leute so ne paranoidische Zofrinie entwickelt haben oder eine Warnvorstellung irgendwie akut haben dass sie dann ihre Sorgen und auch diese waren Vorstellungen auf eine Person oder auf eine Personengruppe irgendwie projizieren und nicht so breit gefächert.
01:02:08: Das hat schon mehr terroristischen Charakter, vielleicht auch einfach kompletter Lebensunwille von ihm wut auf sein eigenes Leben.
01:02:20: Vielleicht war es wirklich einfach nur diese komplette Unzufriedenheit gepaart mit dieser paranoiden Schizophrenie von dem Warn unterscheiden konnte und das so ein bisschen fließend ineinander übergegangen ist.
01:02:34: Und dass sich diese Wut dann halt einfach immer mehr aufgebaut hat, auch wenn dieser Notar natürlich mit ganz anderen Sachen betraut war als er es jetzt letztlich angegeben hat scheint da ja irgendwie trotzdem eine Überkreuzung von Waren-und Realität gewesen zu sein.
01:02:52: Ich glaube es wäre schon irgendwie für viele Leute wahrscheinlich beruhigender gewesen zu wissen, warum er das jetzt gemacht hat oder aus welcher Intention was in seinem Kopf vorgegangen ist.
01:03:03: geändert hättest aber auch nichts.
01:03:05: Also natürlich hätte es im Ergebnis nichts geändert.
01:03:08: Aber dass man so gar nicht verstehen kann macht es glaube ich schon schwieriger einfach Für das menschliche Gehirn zu verarbeiten Auch für die Menschen die davon betroffen waren.
01:03:19: also Ich glaube wenn man dafür ein Grund hätte Und sei es nur er hat Stimmen gehört und die haben ihm gesagt, er soll die Leute jetzt anfahren.
01:03:29: Also so gar keine Erklärung zu haben stelle ich mir für die Verarbeitung eines solchen Erlebten ganz schwierig vor.
01:03:37: Ja gut, wenn wir werden's nicht ändern!
01:03:38: Es ist ja so, er wird da wohl nichts mehr zu sagen.
01:03:41: vielleicht kann er sich auch wirklich nicht selber erklären das mag ja sein aber ja... Das ist ein Fall gewesen der mir so nahe gegangen ist wie, glaube ich lange kein Fall mehr.
01:03:54: Ich muss sagen es hat auf jeden fall nochmal die Erinnerung an den Fall aus Münster hochgeholt.
01:03:59: aber dadurch dass ich damals als das passiert ist gar nicht in Münster war und auch lange Zeit danach nicht in munster war ist halt irgendwie nicht so richtig extrem auf meinem Rad da.
01:04:10: nichtsdestotrotz muss sich daran denken und das hat auf jemals noch mal Emotionen hoch geholt die du damals deren Fall natürlich auch irgendwie rübergebracht hast.
01:04:21: Ich hoffe, ihr seht es mir nahe dass ich den Fall jetzt auch so minimal genutzt habe um ein bisschen die rettungsdienstliche Seite davon zu präsentieren weil das persönlich natürlich interessant finde wie dann überhaupt das auch auf der Seite aus der Perspektive läuft wenn man eben eine Großlage hat und das kann man ja einfach mal mit einbringen.
01:04:42: Als
01:04:42: Otto-Normal Verbraucher der hoffentlich Toi, toi, toi.
01:04:46: Niemals in diese Situation kommt... Wie heißt das?
01:04:50: Eine Manfsituation durchstehen zu müssen.
01:04:55: Hoffentlich natürlich auch keiner von euch da draußen bin ich nichtsdestotrotz froh, dass es Manf-Situationspläne gibt und dass auch Verlass darauf ist, dass wir hier in Deutschland so viel tolles geschultes Personal haben die in solchen Momenten wo Wie es dann nicht mehr können, den kühlen Kopf bewahren und versuchen das Beste zu geben um Leben zu retten.
01:05:19: Also Wahnsinn!
01:05:21: Hut ab an der Stelle.
01:05:22: Ich glaube dass ist nicht nur eine körperliche sondern auch eine mentale Leistung die da von einem dann abgefordert wird.
01:05:31: Ja an der stelle danke an alle die das leisten.
01:05:36: Ja guck mal so lange haben wir jetzt doch gar nicht über den Fall gesprochen obwohl ich deutlich mehr Text hatte als sonst.
01:05:41: Es ist ja auch irgendwie immer schwer abzusehen.
01:05:43: aber Ja, möchtest du noch irgendwas abschließend dazu sagen?
01:05:48: Nee.
01:05:48: Ich glaube ich bin einfach ja ein bisschen fassungslos wütend und dennoch froh dass er vor Gericht gebracht wurde oder so das es tatsächlich nicht so geendet ist wie es häufig auch bei solchen Amokfahrten ist und zwar dass die Leute dann eben auf der Flucht möglicherweise erschossen werden.
01:06:07: Oder sich halt
01:06:08: selbst das Leben nehmen.
01:06:10: Stimmt!
01:06:10: Das passiert ziemlich häufig und das fand Überraschend, dass er es nicht getan hat.
01:06:16: Also ich glaube für viele Leute ist das eine Genugtuung ihnen vor Gericht zu sehen.
01:06:20: Für andere Leute dürfte das andersrum auch ne genugtuungen gewesen sein.
01:06:24: aber so oder so... Es sind sechs eigentlich sieben Personen an dieser Amokfahrt zugrunde gegangen.
01:06:34: Diese Leute werden nie wieder kommen und die leben von so vielen Leuten wurden so massiv beeinträchtigt und das kann man nicht irgendwie aufwiegen.
01:06:45: Nee, ich muss halt auch sagen gerade Anne die Ehefrau von Alois hat mir so leid weil... Das ist unvorstellbar!
01:06:52: Das ist ja wie wirklich ein Unfall in dem Sinne dass jemand ganz plötzlich und unerwartet aus dem Leben gerissen wird aber durch diese Behinderung die damit dann eben einher gegangen ist weil Alois eben nicht gestorben ist.
01:07:07: Ich kann es halt so nach Ich möchte es mir nicht vorstellen.
01:07:13: Aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass wenn man in einer solchen Situation ist... ...dass die Emotionen damit verknüpft halt total schwierig sind und sich auch schuldig fühlt, weil man das Gefühl hat, man hat einen Verlust aber die Person lebt ja noch.
01:07:28: Häusliche Pflege haben wir auch schon darüber gesprochen, wenn du deine Angehörigen selber pflegst?
01:07:31: Ist das wahnsinnig belastend und anstrengend dann die ganze Papierseite mit der Krankenkasse
01:07:36: usw.?
01:07:37: dann auch jetzt nicht ihr mal eben sofort ein Pflegebett hinstellen und so.
01:07:42: Also wirklich, diese Tat hat so viele Menschen beeinträchtigt und betroffen... Und es gab alleine zweihundertzwanzig Zeugen in den ersten Tagen die sich gemeldet haben.
01:07:53: Das heißt, so viele menschen haben diese Tat mitbekommen.
01:07:57: Es waren ja Leute auch in den Geschäften, die angestellten in den geschäften Die das natürlich alles gesehen haben und ich kann nur hoffend dass sowas nie wieder passiert was natürlich ein Wunschgedanke ist.
01:08:09: Das hat Marco jetzt gezeigt, aber das wünscht man wirklich niemandem.
01:08:13: Ja nichtsdestotrotz danke dass du uns den Fall so detailliert und so facettenreich aufgearbeitet hast.
01:08:20: persönlich fand es sehr gut zu hören, dass es einen Manfplan gibt Und ich hoffe auch ihr da draußen freut euch darüber, dass wir in Not-Situationen nicht alleine gelassen werden.
01:08:31: Ich glaube damit bringen wir den Hotting-Fall dann zum Ende?
01:08:37: Wollen wir denn jetzt noch was zum Aufheitern hinterher schieben?
01:08:42: Nee, ne.
01:08:42: Ich
01:08:42: finde das ist eine Folge bei der es nicht so passt.
01:08:46: Ja,
01:08:46: nee okay.
01:08:47: Ne seh ich ein vielleicht werden ein paar von euch sagen fuck ich will jetzt nicht mit diesen negativen Emotionen rausgehen dann hört euch sonst einfach nochmal das Ende einer anderen Folge an.
01:09:02: Eine gute Idee!
01:09:03: Vielleicht eine der ersten hundert oder so.
01:09:07: Ja, dann würde ich sagen wer darüber hinaus Lust hat auf noch mehr True Crime hört auch gerne in unseren anderen True Crime Podcast.
01:09:16: Kalt blühtig die Spur der Killer rein.
01:09:18: da gibt es jeden Donnerstag einen neuen Fall und diese Woche auch im erdneuen Jahr die erste Folge wieder.
01:09:23: wir gehen in dem fall zurück in die ehemalige DDR und sprechen über ein fall indem ein kleines Mädchen verschwindet.
01:09:32: Herr Stephani, danke dir für den Fall und euch da draußen fürs Zuhören.
01:09:37: Wir hoffen wir hören uns auch dieses Jahr jede Woche wieder!
01:09:42: Ja aber wir fangen erst mal an und ich hoffe wir hören unsere nächste Woche wieder.
01:09:48: Bis dahin tschüss!
01:10:01: Marketing, Mybrid Döge, Executive Production Saskia Braun, Visuals und Cover Design Tim Schöll, Tim Kränke und Sarah Döbel.